Sanierung OP-Bereich | LKH Bludenz
Die OP-Sanierung markiert einen wesentlichen Abschluss der bisherigen Modernisierungsmaßnahmen, zu denen der Neubau, die Ambulanzen, die Radiologie, die Küche und das Personalrestaurant, sowie die 2021 eröffneten neuen Stationen gehören. Damit wurde nun einer der letzten, seit den 1980er-Jahren unveränderten Funktionsbereich erneuert.
Der neue OP-Bereich
Das Baufeld umfasste den ehemaligen Operationsbereich sowie Teile der ehemaligen Intensivstation im Erdgeschoß, welche beide komplett entkernt wurden, darüber hinaus einen Versorgungsbereich im Unter- sowie die Lüftungszentrale im Obergeschoß. Die Umsetzung erfolgte überwiegend im Rahmen der vorhandenen Kubatur mit minimalen Bereinigungen des Baukörpers sowie unter Fortführung der neuen Fassade aus Faserzement-Großtafeln, was wesentlich zu einer Beruhigung des bestehenden Konglomerats aus einzelnen heterogenen Baukörpern beiträgt.
Im Kern des neuen OP-Trakts befinden sich die 3 neuen Operationssäle, denen die Ein- und Ausschleusungen zwecks optimiertem Pateientenumsatz jeweils direkt zugeordnet sind. Rund um diesen durch seine Ausführung als modulares Metallpaneelsystem akzentuierten zentralen Funktionskern sind sämtliche Nebenfunktionsbereiche logisch angeordnet: die Ver- und Entsorgung mit direktem Aufzug in das Untergeschoß für sämtliche Warenflüsse, die Garderoben, die Peripherie (Lager, Funktionsräume, Büro, Umbetten).
Die architektonisch-funktionale Umsetzung unterstützt optimierte betriebliche Abläufe durch kurze Wege und eine klare Strukturierung der einzelnen Räume und Bereiche. Sämtliche den zentralen Block aus Operationssälen sowie Ein- und Ausleitungen umfassenden Erschließungsgänge sind bis an die Außenfassaden fortgeführt und stirnseitig voll verglast, sodass sich der Innenraum optisch ins Freie erweitert. Dieser Außenbezug ist in Anbetracht der Tatsache, dass ein großer Teil der Räumlichkeiten tief im Gebäudeinneren liegt, von unschätzbarem Wert für alle MitarbeiterInnen.
Die Operationssäle sind auf dem modernsten Stand der Technik ausgeführt und ausgestattet: die Integration sämtlicher Medien, IT- und Videorouting-Komponenten in ein modulares Metallwandsystem schafft ideale Arbeitsbedingungen und ermöglicht einen ökonomischen Unterhalt.
Funktionsbereiche / Ver- und Entsorgung
Direkt vom Umbettraum wird der Patient über den OP-Flur und die Einleitung in den OP-Saal verbracht. In der Raumspange zwischen OP-Flur und Nordfassade befinden sich Aufenthaltsraum, Büros, Diktierkojen, Anästhesie-Lager, Händewaschen, Pathologie, Arbeitsraum unrein und das Gerätelager. Südlich des Flurs schließen das Plattenlager sowie der OP-Kern mit den 3 Operationssälen und den jeweils vorgelagerten Einleitungen bzw. Ausschleusungen an. Die Verbindung zum Ver-/Entsorgungsbereich erfolgt über einen Flur, an dem auch die Personalgarderoben liegen.
Eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem ehemaligen Operationsbereich bedeutet die vollständige Trennung der Wege für Patienten von jenen für Ver- und Entsorgung (Waren, Sterilgut, Verbrauchsgüter, Wäsche, Müll). Diese erfolgt nun über den neuen, in unmittelbarer Nähe der Anlieferung und der zentralen Müllstation im Untergeschoß situierten, Ver- und Entsorgungsraum. Die längerfristige Warenlagerung erfolgt direkt hier, die direkte Verbindung in den Versorgungsgang im Erdgeschoß erfolgt über den neu geschaffenen OP-Aufzug. Hier werden die Versorgungsgüter in Lagerregale oder direkt den einzelnen OP-Sälen zugeordnete Durchreicheschränke verbracht. Die Entsorgung nimmt den umgekehrten Weg: von den OP-Sälen über die jeweiligen Ausschleusungen, den OP-Flur, den Entsorgungsbereich und wieder über den Aufzug in das Untergeschoß.
Umsetzung
Die wesentliche Herausforderung für die Umsetzung des Projektes „OP-Sanierung“ war sowohl für die Mitarbeiter des Landeskrankenhauses Bludenz als auch für die Bauabwicklung die Vorgabe einer Abwicklung ohne bauliche Erweiterung und bei permanent laufendem Betrieb von mindestens 2 Operationssälen. Dies bedingte die Realisierung in 6 Bauphasen mit jeweils unterschiedlichen Betriebs- und Baustellenbereichen, Betriebsabläufen und extremer räumlicher Nähe von Bau und Betrieb. Die daraus resultierenden Probleme wie Staub, Lärm, Erschütterungen, komplexe Betriebsabläufe usw. konnten nur durch ein hervorragendes Miteinander aller Beteiligten, ein tiefes Verständnis für die Probleme des jeweils Anderen und großes Engagement gemeistert werden. Das architektonische Konzept resultiert dabei maßgeblich auf dem durch die genannten Vorgaben notwendigen Umsetzungskonzept. Ein durchgehender Betrieb entweder in den alten oder neuen Operationssälen war nur dadurch möglich, dass die 3 neuen Operationssäle neben den alten positioniert wurden.
Eine weitere Herausforderung war die Erneuerung der gesamten Lüftung inklusive den in der unmittelbar über dem OP-Bereich befindlichen Lüftungszentrale situierten Lüftungsgeräten. Diese Geräte und die Luftleitungen konnten, weil die Luftversorgung für die jeweiligen Betriebsbereiche permanent gewährleistet werden musste, ebenfalls nur Schritt für Schritt mittels vielen Umschlüssen, provisorischen Luftleitungen und mit erheblichem statischem Aufwand für notwendige Deckendurchbrüche erneuert werden.
Unter großem Einsatz aller Beteiligten konnte gemeinsam ein OP auf höchstem Niveau geschaffen werden.